Ohne Unfall ins neue Jahr

4 Minutes|21. Dezember 2023|Birgit Kraus Birgit Kraus
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Verantwortungsbewusst Silvester feiern und Krankenhäuser entlasten

Das neue Jahr steht vor der Tür und damit startet der Verkauf von Feuerwerk, Böllern und Co in den deutschen Supermärkten. Auch Champagner und andere alkoholische Getränke dürfen auf den meisten Feiern für ein gelungenes Silvester nicht fehlen, um auf das neue Jahr anzustoßen.

Doch die Kombination aus Feuerwerk und dem Konsum von Alkohol birgt viele Gefahren. Für Polizei, Feuerwehr und Notärzte herrscht Hochbetrieb. In den meisten Krankenhäusern gilt Silvester sogar als die arbeitsintensivste Nacht des Jahres, denn es kommt zu vielen Unfällen. Auch aus Patientensicht gibt es kaum einen schlechteren Zeitpunkt, um ins Krankenhaus zu kommen. Die schon angespannte Personallage spitzt sich besonders zu und das Klinikpersonal steht unter Dauerstress. Deshalb ist es ratsam, in der Silvesternacht kein Risiko einzugehen und verantwortungsbewusst zu feiern.

Umgang mit dem Feuerwerk: Das ist in Deutschland erlaubt

In Deutschland kann Feuerwerk der sog. Klasse 2 von Privatpersonen gekauft werden. Diese Kategorie umfasst Feuerwerkskörper, die für den Gebrauch im Freien vorgesehen sind und einen geringen Gefährdungsgrad aufweisen. Dazu gehören üblicherweise Raketen, Batterien und Böller. Bei der Verwendung ist es wichtig, die entsprechenden Sicherheitsanweisungen zu beachten und die Feuerwerke nur in den dafür vorgesehenen Bereichen zu zünden. Eine unsachgemäße Handhabung kann zu schweren Verletzungen führen, darunter vor allem Verbrennungen, Schnittwunden, Hand- und Augenverletzungen. Außerdem können Feuerwerkskörper und Böller Brände verursachen, besonders wenn sie in der Nähe von leicht entzündlichen Materialien abgefeuert werden. Deshalb gilt: Stets vorsichtig sein und einen Feuerlöscher in der Nähe bereithalten. Die Feuerwerkskörper dürfen nur im Zeitraum 31. Dezember ab 18.00 Uhr bis 1. Januar um 06.00 Uhr angezündet werden.

Illegale Böller führten in der Vergangenheit oft zu schweren Unfällen

Während in der Corona-Pandemie durch das Böllerverbot wesentlich ruhigere Silvesternächte in den Kliniken zu verzeichnen waren, häuften sich im letzten Jahr mit dem Aufheben des Verbots wieder schwere Unfälle. Ein Mann verlor beim Zünden eines Böllers beispielsweise seine rechte Hand und ein Auge. Selbst für die erfahrenen Chirurgen im Klinikum war nichts mehr zu retten. Sie sind in diesen Nächten rund um die Uhr im Einsatz und operieren. Dabei stammen die schlimmsten Verletzungen meist von illegalen oder selbst gebauten Böllern. Die Zahlen der stationären Behandlungen belegen, dass diese Verletzungen vor allem bei jungen Männern vorkommen. Sie sind häufig besonders fasziniert von Böllern und Pyrotechnik.

Übermäßiger Alkoholkonsum und spezielle Witterungsbedingungen bergen Gefahren

Gerade an Silvester ist der übermäßige Konsum von Alkohol weit verbreitet. Das führt zwangsläufig zu mehr Unfällen und einem risikoreicheren Umgang mit dem Feuerwerk. Auch Alkoholvergiftungen müssen in dieser Nacht besonders häufig in Krankenhäusern behandelt werden. Um das zu vermeiden, hilft nur, den Alkoholkonsum an Silvester einzuschränken. Schöner Nebeneffekt: Der Start ins neue Jahr beginnt nicht nur unfallfrei, sondern auch ohne Kater.

Neben Alkohol und Feuerwerk können spezielle Wetterverhältnisse bspw. durch Schnee, Regen und Eis an Silvester zur Herausforderung werden. Die Straßen und Fahrbahnen sind glatt und fördern Stürze und Verkehrsunfälle. In dem Fall lohnt es sich, das Auto stehenzulassen und auf richtiges Schuhwerk zu achten, um sicher auf den Straßen unterwegs zu sein.

Ein guter Start ins neue Jahr

Während die meisten Menschen sich auf eine rauschende Partynacht mit Feuerwerk freuen, wappnen sich Ärzte und Krankenhauspersonal für eine der anstrengendsten Nächte des Jahres. Mit einem verantwortungsvollen und umsichtigen Verhalten kann jeder Einzelne dazu beitragen, dass die Silvesternacht, sowohl für einen selbst als auch für die Menschen im Bereitschaftsdienst, eine gute wird.